Mittwoch, 14. Dezember 2016 - 23:17 Uhr

Ist Fördern wirklich das Schlimmste, wie Gerald Hüther meint?

Ich mag Herrn Hüther – wirklich! Im Oktober besuchte ich einen Vortrag von ihm und Margit Rasfeld und ich war gänzlich begeistert. Manchmal kann ich mich seiner Meinung allerdings so gar nicht anschließen. Zum Beispiel, wenn er meint, dass Fördern das schlimmste sei, was man machen kann. Ich denke, vielleicht sind wir eigentlich ja gar nicht so weit voneinander entfernt. Vielleicht meinen wir sogar das Gleiche, nur drücken wir uns unterschiedlich aus? Ich weiß es nicht. Absolute Aussagen laden eben auch immer zu Missverständnissen ein.

 

Aber von Anfang an. Was bedeutet denn Förderung für mich überhaupt und wie fördere ich richtig?

 

1-1Richtig zu fördern, heißt zunächst einmal, das Kind in seinem Tun zu beobachten und wahrzunehmen. Was macht es gerne? Womit beschäftigt es sich intuitiv? Wonach greift es häufig? Hier liegen Interessensschwerpunkte und meistens auch Stärken versteckt. Diese Stärken kann ich nun aufgreifen und behutsam fördern. Das heißt ich stelle das „Material“ zur Verfügung, das das Kind benötigt, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen zu können. Material oder Erklärungen, das/die es haben möchte. Das kann für ein Kind, das sich für die öffentlichen Verkehrsmittel begeistert, der U-Bahn Plan sein oder die nächste Kiste Lego (ohne Bauanleitung mag ich persönlich sie am liebsten) für den „kleinen Architekten“ oder Einkaufskisten aus dem Supermarkt und Seile für ein Kind, das damit kreativ etwas bauen will, oder, oder. Das kann aber eben auch der Englischkurs für ein Kind sein, das sich für Sprachen begeistert oder die „kleinen Forscherdetektive“, wenn ein Kind gerne experimentiert, staunt und vielleicht sogar die eine oder andere naturwissenschaftliche Erklärung verstehen will. Ich möchte hier keine Wertung vornehmen, welche Art der Förderung die richtige ist und welche die falsche.

 

Warum ich meine, dass wir vielleicht dennoch nicht so weit voneinander entfernt liegen, möchte ich mit André Stern begründen. Sein Vater ist der Pädagoge und Forscher Arno Stern, Begründer des „Malspiels“, bei dem Kinder in reizarmen Räumen mit bunten Farben zum Malen angeregt werden. André Stern hat mit Gerald Hüther gemeinsam die Initiative „Männer für Morgen“ gegründet und wird häufig zum Thema Schule – oder eben eher nicht Schule - und zu Vorträgen zur richtigen Förderung von Kindern eingeladen. Er schrieb das Buch  „…und ich war nie in der Schule.“

 

Wurde André Stern nie gefördert? NEIN, ganz im Gegenteil. Er wurde außergewöhnlich gut und stark gefördert. Stern schreibt auf seiner Homepage zu seiner Biografie: „Schon mit 4 Jahren nimmt er Gitarrenunterricht bei dem alten Flamenco-Gitarristen Antonio Fenoy.“ … „1996 bis 2002 co-dirigiert er die 6 ersten Jahrgänge des Theater-Tanz-Musik-Poesie-Festivals "3 Semaines en Mars" in den Pariser "Frigos, 91, Quai de la Gare".“

 

Neben dem Flamenco-Gitarristen Antonio Fenoy gibt es viele weitere Menschen, die Stern auf seinem Weg begleitet und intensiv gefördert haben. Aber es ging bei seiner Förderung eben nicht darum, die Ideen seines Vaters oder seiner Mutter zu verwirklichen, sondern darum, ihn selbst zu unterstützen und ihm Personen an die Seite zu stellen, die seine Fragen beantworten können und ihm beim Erwerb der gewünschten Fertigkeiten behilflich sind. Daher meine ich:

Bitte fördern Sie ihre Kinder weiterhin! Beachten Sie dabei nur folgende Spielregeln, um eine wirklich förderliche Lernumgebung zu erstellen:

 

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  1. Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes. Beobachten steht vor jeglicher Förderung.
  2. Nehmen Sie diese Signale auf und schaffen Sie ein entsprechendes Angebot durch entsprechendes Material, eine förderliche Lernumgebung oder begabungsfördernde und begeisterte Menschen.
  3. Achten Sie darauf, dass ihr Kind dennoch genügend freie Zeit für „gesunde Langeweile“ hat und die damit verbundene Auseinandersetzung mit sich selbst genießen kann.
  4. Kinder, die sich kognitiv schnell entwickeln, sind eine Freude. Besonders glücklich sind sie dann, wenn sie auch im Einklang mit ihrem Körper sind. Unterstützen Sie auch hier und setzen genügend Angebote. Besonders gerne werden diese von den Kindern angenommen, wenn die Eltern daran beteiligt sind.
  5. Menschen sind soziale Wesen und genießen den Austausch mit anderen. Schaffen Sie Zeiträume und Gelegenheiten für Ihr Kind, sich mit anderen auszutauschen.

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Sonntag, 11. September 2016 - 15:49 Uhr

#talente Musikschulmanagement Niederösterreich

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Im Rahmen des #talente findet im kleinen Saal des Festspielhaus St. Pölten ein PODIUMS.GESPRÄCH mit mir zum Thema Kreativität und Begabung statt.

 

Die Vielfalt der Talente und ihre Förderung beleuchten neben mir: Dr.in Magdalena Bork, Anna-Katharina Kadla und Dipl.-Päd.in Petra Wolfsberger. Es moderiert der Leiter der Begabtenakademie: MSc. Dr. Martin Peter   

 

Sa 17. September 2016 von 11.00 bis 17.30 Uhr im Festspielhaus St. Pölten, Eintritt frei

 

Weitere Informationen über #talente können der Website des Musikschulmanagements entnommen werden.


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Samstag, 3. September 2016 - 09:32 Uhr

Billard, Kamerateam und Co- Was ein Mathekurs alles bietet!

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Heuer fand erstmalig der Sommerkurs „MatH and ball- Im Sport ist die Mathematik allgegenwärtig!“ statt. Gemeinsam erforschten wir die Hintergründe von diversen mathematischen Phänomenen im Ballsport, beantworteten einige Fragen nach sportspezifischen Begriffen und ließen die Praxis natürlich nie zu kurz kommen.

Unser Besuch bei Billardtrainer Karl Maschler gestaltete sich in doppelter Hinsicht besonders aufregend: Im Hotel Esplanade zeigten insgesamt vier Trainer auf fünf Tischen den Kindern unzählige Tricks und Spieltechniken rund um das faszinierende Ballspiel. Begleitet wurden wir von einem Kamerateam des ORFs, welches Aufnahmen für eine DOKeins Dokumentation über das Thema Kindererziehung machte. Alle Kinder haben die Herausforderung hervorragend gemeistert, gleichzeitig das erste Mal einen Queue in der Hand zu haben und von einem professionellen Kamerateam gefilmt zu werden!

 


Tags: Sommerkurs Mathe Hochbegabung Billard 

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Samstag, 3. September 2016 - 09:29 Uhr

Die Begabtenakademie hat eine neue Webseite!

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Von F wie Fremdsprachen über N wie Natur bis hin zu T wie Technik: Die niederösterreichische Begabtenakademie fördert Kinder und Jugendliche von 6 bis 19 Jahren in den vielfältigsten Bereichen. Seit August kann man sich über die neuesten Talenteförderangebote noch besser informieren. Grund dafür ist die neue Homepage, welche nun das Finden der passenden Angebote mittels Suchfunktion vereinfacht. Am besten schauen Sie einfach mal vorbei!


Tags: Begabtenakademie Hochbegabung  Kinderkurse 

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Dienstag, 2. August 2016 - 17:49 Uhr

Forscherdetektive

In den zwei darauffolgenden Wochen vom 11. bis zum 22. Juli 2016 kamen kleine Hobby-Wissenschaftler voll auf ihre Kosten, denn in der Mutterberatung Mödling fanden die Sommerwochen der Begabtenakademie Niederösterreich mit dem Thema „Forscherdetektive entdecken die Welt“ statt – ebenfalls unter der Leitung von Katja Higatzberger und Marie Higatzberger. Ziel dieser Kurse war es, Kindern auf spielerische Weise physikalische und chemische Phänomene näherzubringen. Dazu bauten die Kinder unter anderem einen Vulkan, den sie später selbst ausbrechen ließen, führten eine Cola Explosion herbei, spuckten Feuer und lernten, wie sie ganz leicht ihr Lungenvolumen messen können. Außerdem konnte jeder der kleinen Forscher ein eigenes Boot mit Schaufelradantrieb bauen, welches dann im Mödlingbach zu Wasser gelassen wurde. Auch diverse Formen von Raketen, von Brauseraketen über selbstgebastelte Blasraketen bis hin zu den Wasserraketen, die bis zu 30 Meter Höhe erreichen können, durften natürlich nicht fehlen. Dabei hielten sich die Gruppen im Freien auf, wann immer das Wetter es zuließ und natürlich kam auch hier das Spielen nicht zu kurz.


Tags: Sommerkurse 

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Dienstag, 2. August 2016 - 17:39 Uhr

Auf Sherlocks Spuren

Vom 4. bis zum 8. Juli 2016 fand in den Räumlichkeiten der Mutterberatung Mödling die Mödlinger Sommerwoche der Begabtenakademie Niederösterreich unter dem Motto „Auf Sherlocks Spuren“ statt. Geleitet wurde der Kurs von Begabungsexpertin Katja Higatzberger und ihrer Tochter Marie Higatzberger. Auf dem Programm standen diverse Detektivaufgaben wie beispielsweise Fingerabdrücke nehmen und vergleichen, Spuren lesen und gießen sowie Geheimschriften entziffern, wobei die Kinder spielerisch lernten, sorgfältig zu arbeiten und auch auf die kleinsten Details zu achten. Außerdem wurde noch ein Periskop gebaut und selbstständig in Tarnfarben verziert.  Einige Kinder entdeckten auch ihre kreative Ader – so wurde unter anderem ein Krimi verfasst und als Theaterstück abschließend den Eltern vorgeführt. Natürlich durfte auch das Spielen nicht zu kurz kommen und die jungen Hobbydetektive konnten sich bei intensiven „Räuber und Gendarm“-Runden im Park austoben oder durch Konzentrations- und Reaktionsspiele ihre Auffassungsgabe und Schnelligkeit trainieren.

Die Bilder des Kurses können auf der Homepage angesehen werden.


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Donnerstag, 28. Juli 2016 - 20:47 Uhr

Melde Dich für MatH and ball an! (29.8. - 2.9.2016)

Du bist zwischen 9 und 14 Jahren alt, spielst gerne Ball und möchtest wissen was das mit Mathematik zu tun haben könnte? Dann melde dich an!

  • Was ist Topspin im Tischtennis und warum beschleunigt der Ball nach dem Aufkommen?
  • Was ist ein "Balldart" oder "Mathebaseball"? Zwei Burschen mit Ball
  • Wie funktioniert Billard?
  • Wieso dreht sich ein Fussball beim Freistoß?

In dieser Woche werden wir unter anderem:

  • unsere Wurf- oder Schussgeschwindigkeit messen
  • physikalische Phänomene praktisch und theoretisch erkunden
  • immer wieder die mathematische Verbindung herstellen
  • und viele, viele verschiedene Ballspiele spielen
    • Handball
    • Basketball
    • Volleyball
    • Billard
    • Tischtennis und mehr

Die Anmeldung zu diesem Kurs erfolgt über das Anmeldeformular.


Tags: Mathematik Ballsportarten 

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Montag, 23. Mai 2016 - 17:00 Uhr

Das Talentehaus NÖ startet einen neuen Lehrgang

 

Das Talentehaus NÖ startet einen neuen Lehrgang Roboterkonstruktion im September 2016. Anmeldungen zu den Aufnahmeworkshops sind ab sofort möglich.

 

Datum der nächsten Aufnahmeworkshops:

  • 04. bis 05.06.2016
  • 27. bis 28.08.2016
  • Lehrgangsstart: September 2016

Die Konstruktion und Elektronik bilden das Grundgerüst in der Robotik. Dieser Lehrgang setzt den Schwerpunkt auf die Konzeptionierung und Umsetzung der Hardware. 

 

Kurz-Facts zum Lehrgang Roboterkonstruktion

  • Dauer: 3 Semester
  • Umfang: insgesamt 566 Lerneinheiten
  • Form: außerschulische (Hoch-)Begabtenförderung
  • TeilnehmerInnen: 20 TN
  • Aufnahmeverfahren: Teilnahme am Aufnahmeworkshop (kostenlos)
  • Unterrichtssprache: Deutsch (einzelne Teile in Englisch)
  • Eintrittsalter: 14 bis 16 Jahre
  • Semesterkosten: € 450,-- Semestergebühren (inkl. Leihrobotersysteme und Übernachtungskosten bei Sommerblockwoche/n)
    Für niederösterreichische SchülerInnen gibt es die Möglichkeit einer Förderung durch Stipendien.

 


Tags: Begabtenförderung Talentehaus Roboterkonstruktion 

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Montag, 4. April 2016 - 08:29 Uhr

Pro-Bono - Coaching für Schüler/innen

Pro-Bono - Coaching für Schüler/innen mit besonderen Fähigkeiten oder großem Interesse in mindestens einem Gebiet.

Ich bin gebeten worden das neue Coaching-Tool des ÖZBF (mBET-PLUS) zu testen. Hierzu suche ich Jugendliche ab 12 Jahren, die ihre individuellen Talente weiterentwickeln wollen.
Im mBET-PLUS-Coaching werden Schüler/innen angeleitet, persönliche Ziele zu formulieren, Metakompetenzen und Umweltaspekte zu reflektieren und eigene Schritte zur Zielerreichung zu planen und umzusetzen. Zielgruppe für ein mBET-PLUS-Coaching sind sowohl Schüler/innen mit herausragenden Begabungen in einer Domäne als auch Schüler/innen, die durch überdurchschnittlichen Leistungswillen, Ausdauer und Selbstdisziplin auffallen. Durch das mBET-PLUS-Coaching sollen die Schüler/innen dazu befähigt werden, ihre Entwicklung eigenverantwortlich planen und umsetzen zu können. Damit werden Schüler/innen in ihren persönlichen Lernfortschritten hin zu Leistungsexzellenz gefördert.
Da sich das Tool in einer Testphase befindet, werden anonymisierte Aufzeichnungen der Coachingstunden an das ÖZBF weitergeleitet. Der/die Jugendliche darf die Aufzeichnungen vor der Weitergabe an das ÖZBF durchlesen.
Geplant sind drei „Pro-bono- Coachingstunden“ pro SchülerIn. Pro bono steht für die lateinische Wendung pro bono publico (zum Wohle der Öffentlichkeit). Ich wünsche mir dennoch einen Ausgleich. Das bedeutet, dass der Jugendliche im Gegenzug ebenfalls einem anderen Menschen in einem selbst gewählten Bereich behilflich ist. Das kann kostenlose Nachhilfe bei einem Mitschüler oder einem jüngeren Schüler sein, der Einkauf oder die Gartenarbeit für die eigene Großmutter, kostenloser Deutschunterricht für einen Flüchtling oder etwas ganz anderes sein.
Die selbstgewählte Tätigkeit wird in der ersten Stunde vom Jugendlichen genannt. Alternativ dazu kann auch eine freie Spende getätigt werden.
Termine können telefonisch oder via Email für die Praxis in der Südstadt (Maria Enzersdorf) oder im 13. Bezirk vereinbart werden.

Tags: Weiterentwicklung Coaching 

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Montag, 4. April 2016 - 08:00 Uhr

Kryptogramme selbst erstellen. Eine Königsdisziplin für Kinder

Am 19.3. haben die Kinder des Kurses "Mathe, ich und die anderen" Kryptogramme selbst erstellt. Während das Lösen der Kryptogramme für viele Kinder eine einfache Aufgabe ist, erfordert das Erstellen eines solchen Kryptogramms zusätzliche Kompetenzen. Hierbei muss das Kind bereits beim Erstellungsprozess die Lösung im Auge behalten. Die Aufgaben sollen zwar schwer gestaltet werden, jedoch nicht unlösbar. Dabei muss das Kind ständig von der erstellenden Position in die lösende Position wechseln und seine eigenen Gedanken immer wieder überdenken {#emotions_dlg.confusion}.

Das stärkt Ausdauer und Metakognition {#emotions_dlg.pleasure}

Hier zwei besonders gut gelungene Kryptogramme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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