Dienstag, 12. Februar 2013 - 20:33 Uhr

Wie sie das Selbstgefühl Ihres Kindes steigern können

Im Zusammenleben mit unseren Kindern überraschen uns diese immer wieder. Nicht alle Überraschungen erfreuen uns. Wie wir als Eltern und Erwachsene darauf reagieren, entscheidet jedoch darüber, ob diese Gegebenheit beziehungsfördernd und Selbstgefühl steigernd oder Selbstwert mindernd ist.

 

Zwei kurze Geschichten


„Mama, Mama! Komm schau doch mal, was ich gemacht habe!“ Carina kommt begeistert auf ihre Mutter zugestürmt, die gerade im Wohnzimmer ein Buch liest. Endlich einmal hat Carina wenigstens eine halbe Stunde friedlich gespielt. Ihre Mutter Sabine steht sofort auf, obwohl sie gerade eine besonders die spannende Stelle ihres Buches unterbrechen muss und folgt Carina. Diese geht zu ihrem Erstaunen ins Badezimmer.

 

Das Bild, das sich Sabine zeigt, entsetzt diese. Die Spiegel sind verschmiert, im Becken türmt sich ein Spülmittelschaumberg, der offensichtlich quer über alle Wände verteilt wurde. Die großzügig verwendete Flüssigkeit bildet auf dem Badezimmerboden einen See, der sich langsam aber sicher daran macht den Flur zu erobern.

 

„Ja bist Du denn des Wahnsinns! Kann man Dich denn nicht mal eine halbe Stunde alleine lassen? Immer machst Du Unfug! Ich fass es nicht. …“ Eine Schimpftirade geht über Carina nieder, die sofort zu weinen beginnt. Zögerlich setzt das Mädchen an: „Aber ich wollte doch nur...“ Die Mutter kann Carina jedoch schon nicht mehr hören. Immer noch schimpfend hat sie sich umgedreht. Sie holt den Putzeimer, um die Überschwemmung wieder zu beseitigen, die Carina im Bad verursacht hat.

 

Es braucht wohl nicht viel Fantasie wie diese Geschichte weiter gehen könnte. Sabine wird höchstwahrscheinlich schlecht gelaunt und vor sich hinschimpfend den Schaden beseitigen, den ihre Tochter angerichtet hat. Eventuell wird sich Carina frustriert in ihr Zimmer zurückziehen. Womöglich wird sie zornig und den Rest des Tages ebenso missgelaunt sein wie ihre Mutter. Wie auch immer die Geschichte weiter geht, die unbeaufsichtigte halbe Stunde im häuslichen Umfeld hat auf alle Fälle gereizte Stimmung hinterlassen und  bei der Mutter das Gefühl, dass Carina lieber nicht unkontrolliert bleiben sollte.

 

Sabines Reaktion ist verständlich. Sie war von dem unerwarteten Chaos vollkommen überrascht. Hätte sie ihrer Tochter jedoch die Chance gegeben, auszureden, hätte diese ihr erklären können, dass sie ihr eine Freude machen wollte. Sie weiß, wie müde Sabine von der Arbeit ist und wollte sie überraschen. Carina fühlte sich groß. Sie hilft gerne im Haushalt mit, auch wenn sie nicht immer alles richtig macht. - Bis zu diesem Zeitpunkt.

 

Eine andere typische Kindergeschichte, wie wir sie uns sicher nicht in unserem Familienalltag wünschen, erzählt, wie das pure Chaos sich auch in ein positives, selbstgefühl- und selbstwertstärkendes Erlebnis verwandeln kann.

 

Petra und Martin liegen noch im Bett, schließlich ist Sonntag, als ein beißender Geruch in ihrer Nase sie weckt. Schnell stehen die beiden auf und ergründen die Ursache des Gestanks. In der Küche werden sie fündig. Paul, ihr sechsjähriger Sohn, steht am Herd und grinst sie voller Stolz an. Es zeigt sich ihnen ein Bild des Grauens. Der beißende Gestank kommt von einem Topf voll Milch, der übergegangen ist. Überall in der Küche ist Puddingpulver verteilt, das eine schwarze Schicht auf der Ablage, dem Boden und sogar einem Teil der Wände hinterlassen hat. In dem Topf befindet sich eine undefinierbare, schwarze, stinkende Masse.

 

Nach einer kurzen Pause ist es die Mutter, die zuerst ihre Fassung wieder gewinnt. „Du wolltest Pudding kochen.“ stellt sie kommentarlos fest. Der Bub antwortet sichtlich erfreut: „Ich habe Euch Frühstück gemacht!“ „Nun, nach Frühstück sieht das aber noch kein bisschen aus!“ , überlegt Petra kurz, frustriert daran denkend, wie sie die nächste Stunde – ohne Frühstück - wieder Ordnung in das Chaos bringen wird.

 

Jetzt gewinnt auch der Vater seine Fassung wieder. „Du wolltest uns überraschen!“ „Ja!“ Paul strahlt seine Eltern voller Freude an. „Freut ihr Euch?“

 

Dieses Strahlen verdrängt Petras Frust. Sie beugt sich zu ihrem Sohn nieder und gibt ihm mit Liebe einen Kuss auf die Wange. „Ach Mäuschen. Wie lieb von dir. Du bist so leise gewesen. Ich habe dich ja gar nicht gehört. Lass mal sehen, was du da gemacht hast.“ Petra sieht in den Topf hinein. „Ui!“ Sie rümpft ihre Nase. „Ich glaube, da ist etwas schief gegangen. Das können wir nicht mehr essen. Der Pudding ist angebrannt.“ Paul blickt enttäuscht drein. Tränen beginnen sich in seinen Augen zu sammeln. „Du bist traurig. Weißt Du Schatz, Pudding kochen ist so schwer! Milch kann sehr leicht übergehen. Sie hätte dich sogar verbrennen können! Ich bin sehr froh, dass dir nichts passiert ist.“ Petra nimmt Paul kurz in den Arm. Dann fährt sie fort: „Wenn du alleine an den Herd gehst, habe ich Angst, dass dir etwas passiert. Das will ich nicht!“

 

Paul blickt seine Mama mit verständnisvollen Augen an. Sie hat seine Botschaft „Ich möchte Euch eine Freude bereiten.“ voll erkannt. Er fühlt sich gesehen und als Person wertgeschätzt. So kann er auch ihre Sorge um ihn ernst nehmen. Er wird nicht mehr an den Herd gehen. Er möchte seiner Mama keine Angst bereiten.

 

Petra lächelt Ihren Sohn weiter an: „Was hältst du davon, wenn wir nun gemeinsam die Küche aufräumen und wir dir dann zeigen was Du alles verwenden kannst, wenn du uns mal wieder ein Überraschungsfrühstück zubereiten möchtest?“

 

Paul ist begeistert! Bereits am nächsten Sonntag bereitet er wieder ganz früh morgens ein Überraschungsfrühstück vor. Dieses Mal ist er nicht ganz so leise. – Aber das ist eine andere Geschichte. {#emotions_dlg.cap}


Tags: Kommunikation mit Kindern ich-Botschaft Gordon-Training Aktives Zuhören 

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Dienstag, 12. Februar 2013 - 20:31 Uhr

Wie Sie erfolgreich Gespräche mit Ihren Kindern verhindern.

Mareikes Mutter Sarah bemüht sich intensiv um ihre Tochter. Jeden Mittag fragt sie das Mädchen, wie es in der Schule war und ob sie ihr nicht etwas erzählen möchte. Mareike schweigt hartnäckig. „Ich weiß nicht,“ klagt Sarah „ jetzt bemühe ich mich schon so sehr und dennoch will Mareike partout nichts erzählen! Stattdessen wird sie immer schweigsamer!“ In der Beratung nachgefragt, erzählt Sarah eine typische Situation. Das Mädchen hat sich in der Schule mit ihrer besten Freundin Klara gestritten. Hier ein Dialog, so wie er zwischen Mutter und Tochter hätte ablaufen können:

 

Sarah: „Hallo Schatz! Na, wie war es heute!“hochbegabtes Kind

Mareike: „Hmhh..“

Sarah: „Ich seh doch, dass dich etwas bedrückt. Was ist es denn?“

Mareike: „Ich hasse die Klara!“

Sarah: „Hast du dich mit Klara gestritten?“

Mareike: „Ja, die blöden Jungs haben mich geärgert und Klara hat gar nichts gemacht, sondern ist einfach in die Klasse gegangen, sodass ich ganz alleine mit den Jungs war! Diese Pute! Und nachher erzählt sich auch noch, dass sie es nicht gesehen hat. Ich habe es doch genau gemerkt! Sie hat mich im Stich gelassen. Mit der red ich nie wieder!“

Sarah: „Aber Mareike! Wenn Klara gesagt hat, dass sie nichts gesehen hat, dann war das sicher auch so. Klara ist doch Deine beste Freundin! Wegen so etwas wirft man doch eine Freundschaft nicht gleich weg. Das war doch nur ein Missverständnis! Ich bin mir sicher, dass ihr euch morgen schon wieder vertragt. Komm mein Schatz! Ich habe dein Lieblingsessen gemacht! Setzt Dich jetzt zum Tisch.“

Mareike: „Du bist genauso doof wie sie! Ich will Euch alle nicht mehr sehen!!!“

 

Mit einem Türknallen verschwindet Mareike in ihrem Zimmer.

 

Sarah kennt sich nicht aus. Dabei wollte sie ihre Tochter doch nur trösten und dann reagiert diese so zickig. Doch was ist passiert? Unbewusst hat Sarah Kommunikationskiller eingesetzt.

 

Sie hatte den Wunsch Mareike zu helfen und deren schlechte Laune zu vertreiben. Statt zuzuhören und Mareike ihn ihrer Wut ernst zu nehmen, versucht Sarah Mareikes Schmerz zu relativieren. „Das ist doch nicht so schlimm, deswegen wirft man doch eine so gute Freundschaft nicht weg!“ Für Mareike war es aber genau so schlimm und sie fühlt sich in diesem Moment durch Klaras Verhalten so verraten, dass sie nicht an ihrer Freundschaft mir Klara festhalten möchte. Dadurch, dass ihre Mutter sie in ihrem Schmerz nicht ernst nimmt, sondern versucht in guter Absicht darüber hinwegzuhelfen, fühlt sie sich nicht nur von ihrer Freundin verraten, sondern von ihrer Mutter zusätzlich nicht verstanden.

 

Wir geraten immer wieder im täglichen Miteinander in Situationen, in denen wir bewusst oder unbewusst Kommunikationskiller einsetzen.

 

In der obigen Geschichte haben wir den Kommunikationskiller „BESCHWICHTIGEN“ kennengelernt. „Aber, das ist doch nicht so schlimm.“ „Komm, deswegen muss man doch nicht weinen.“ Dadurch, dass das Kind sich in seinem subjektiv erlebten Problem nicht ernst genommen fühlt, wird das Vertrauen zum Erwachsenen gestört. Das Kind zieht sich zurück oder wird zornig oder ausfällig.

 

Ich möchte Ihnen heute ein paar weitere Kommunikationskiller, die das Verhältnis von Kindern zu ihren Eltern nachhaltig beeinträchtigen, vorstellen. Sie kommen uns schnell und zumeist unbemerkt über die Lippen. Darauf zu achten, wie wir mit unseren Kindern sprechen, lohnt sich jedoch. Unsere Kinder danken es uns mit ihrer Liebe und ihrem Verhalten.

 

 „VERALLGEMEINERUNGEN oder PAUSCHALURTEILE“

Bsp: „Du hörst mir nie zu!“ „Ihr helft nie mit!“ „Immer musst Du so schmatzen.“
Wirkung: Das Kind fühlt sich nicht persönlich angesprochen. Was auch immer es tut, es kann diese Situation ohnehin nicht ändern. Häufig endet dieser Kommunikationskiller in einer selbsterfüllenden Prophezeiung.

 

„PÄDAGOGISCHER ZEIGEFINGER“
Bsp: „Ich habe Dir doch gleich gesagt, dass Du Dir weh tust, wenn Du so schnell läufst!“
Wirkung: Dem Kind wird die Kompetenz abgesprochen, alleine auf Lösungen zu kommen und empfindet sich dadurch nicht als gleichwürdig und herabgesetzt.

 

„SARKASMUS“
Bsp: „Ich finde es wirklich super, wenn ich Hürdenlauf über Deine Klamotten, die am Boden herumliegen, machen darf.“
Wirkung: Jüngere Kinder können die Botschaft dahinter häufig nicht verstehen. Ältere Kinder fühlen sich dadurch herabgesetzt, verspottet und bloßgestellt.

 

Eine wertschätzende Kommunikation ist die Basis, um ein gutes Verhältnis zu unseren Kindern zu erhalten! Ich unterstütze Sie in meinem Kommunikationstraining (Do. 7.3.13) mit Hilfe vieler praktischer Beispiele dabei.

 


Tags: Kommunikationskiller Kommunikation mit Kindern Gordon-Training 

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Montag, 11. Februar 2013 - 18:55 Uhr

Kommunikationstraining für Eltern

„Man kann seine Kinder noch so gut erziehen, sie machen einem doch alles nach.“ (Zitat von Unbekannt)

Unter diesem Motto lade ich Sie in mein Kommunikationstraining für Eltern ein. Mit Hilfe Ihrer Vorbildwirkung erlernen Ihre Kinder wertvolle Kommunikationstechniken und Lösungsstrategien, die sie in ihrem weiteres Leben stärken werden.

Am Donnerstag, den 7.3.13 biete ich in der Mutterberatung Mödling (Eisentorgasse 1, 2340 Mödling) um 18.30 Uhr den ersten Teil des Klecks- Elterntrainings (Kommunikation) an. Dieses Training beinhaltet folgende Themen:

  • Allgemeines zur Kommunikation
  • Der Kontext der Kommunikation
  • Schritte in der Kommunikation
  • Kommunikationskiller
  • Die 4 Ebenen der Botschaft
  • Die ICH-Botschaft versus…

Neben theoretischem Input üben wir in Kleingruppen (Teilnehmerzahl höchstens 8 Eltern) viele praxisnahe Situationen, sodass Sie gestärkt nach Hause gehen!

Die Kosten betragen 45.-€/Elternteil oder 75.-€/Paar.

Anmeldung und weitere Infos unter: office@begabungs-expertin.at oder +43 / 699 - 181 699 83


Tags: Kommunikationstrainung für Eltern Erziehungstraining 

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